Freie Naturschule im StadtGut

Immer mittwochs ist Waldtag

Seit der der Gründung der Schule im Jahre 2007 gibt es ihn, den Waldtag. Anfangs waren alle gemeinsam im Wald unterwegs, mittlerweile ist die Schule mit 64 Kindern so groß, dass eine Aufteilung in Gruppen erforderlich ist. Es gibt sogenannte Module, die vierteljährlich angeboten werden und zu denen sich die Kinder zuordnen können.

Ich selbst habe die große Freude, gemeinsam mit Greg Sommer, einem erfahrenen Feldbiologen und in ganzheitlichen Traditionen ausgebildeten Fährtenleser, über das ganze Jahr durchgängig und aufeinander aufbauend vier wildnispädagogische Module anbieten zu können.

Unser Tag beginnt im Tipi mit dem Entfachen des Feuers mit Feuerbohrer oder Handdrill. Wir Singen, teilen Geschichten, stellen Fragen, zeichnen, lachen und gehen dann raus in den Wald. Je nach Jahreszeit sind die Schwerpunkte unterschiedlich. Hier einige Titel vergangener Module: Way of the Woods, Way of the Scout, Folklore and Craft of the Trees, Stories of the animals.

Meines Erachtens ist der Waldtag ein großes Geschenk für uns und die Kinder, denn aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass für eine gesunde Entwicklung des Menschen eine intensive Zeit in und mit der Natur existentiell wichtig ist. Andreas Weber formuliert es in Mehr Matsch! Kinder brauchen Natur folgendermaßen: „So wie der Mensch von den Körpern der Tiere und Pflanzen als Nahrung abhängt, benötigt er ihre gelebte Gegenwart zu seiner emotionalen und kognitiven Entfaltung."

Weber ist zudem der Überzeugung, dass Kinder kognitiv immer noch Urmenschen seien – „in ihren Bedürfnissen, Sehnsüchten und Fähigkeiten darauf eingestellt, in der Wildnis zu leben." Kein Wunder, denn 190.000 von insgesamt 200.000 Jahren verbrachten wir Menschen, als Jäger und Sammler in und mit der Natur. Erst seit 10.000 Jahren sind wir sesshaft.

Genau hier setzten wir an. Wir vermitteln Fähigkeiten und Fertigkeiten, die uns helfen, mit dem uralten Wissen von Jäger- und Sammlerkulturen wieder in Kontakt zu kommen. Wer als Jäger und Sammler auf die Geschenke der Natur angewiesen ist, lernt früh, sich in ihr zurecht zu finden. Er benutzt seine Sinne in vollem Umfang, liest Spuren, lauscht den Vögeln, weiß um essbare und giftige Pflanzen, achtet das Leben als seine Grundlage. Uns, die wir mit dieser Art zu Sein wieder in Berührung kommen, erwartet ein zutiefst befriedigendes Gefühl - sich wieder verbunden zu fühlen, verbunden mit der Natur und mit uns selbst.

In diesem Sinne: bis Mittwoch!

 

Zur Vertiefung interessant:

Einjährige berufsbegleitende Ausbildung "Wildnispädagogik für die Arbeit an Schulen"

Wildnispädagogische Weiterbildung "Die Kraft des Spiels"

"Förderung der Personalkompetenz von Grundschülern durch intensive Naturerfahrung"

Link zur Freien Naturschule im StadtGut

 

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